Warum ich meinen Job liebe, hat wahnsinnig viele Gründe. Es ist eine so schöne Sache, immer auf der hübeschesten, der schönsten, der fotogenen Seite eines Menschen zu suchen. Und wie beglückend erst, wenn dies gelingt! Die hohe Schule dabei, das, was uns gute Berufsfotografen vom Schnappschusslieferanten abhebt, ist, wenn es authentisch ist. Dafür kriegen wir Feedback von den Menschen, die wir fotografieren. Manchmal ist die Arbeit dermaßen intensiv, dass man sich viele Jahre später noch erinnert. Und damit meine ich nicht nur die Menschen vor der Kamera, die sich an das doch vergleichsweise eher seltene Event des Fotoshootings erinneren werden. Nein, ich meine konkret mich, Susanne Kempf, seit vielen Jahren Portraitfotografin in meinem Studio Nouvel Eclair Foto. Ich weiß wirklich nicht, wieviele Menschen ich in 22 Jahren Nouvel Eclair vor der Linse hatte…

Diese Geschichte ist so schön, dass ich sie erzählen will: Kürzlich als mein Telefon klingelte und ich mich mit meinem Namen gemeldet hatte, sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung: “ Susanne Kempf?! Ich glaube, Du warst die Fotografin, die uns vor ca. 20 Jahren fotografiert hatte. Hier ist Herr XY.“ Ich erinnerte mich auch, was wiederum Herr XY eher für eine Höflichkeitsfloskel zu halten schien. Ich hatte also Beweise zu liefern, denn tatsächlich erinnerte ich mich genau an das Shooting: „Ja, klar, ich war das…Deine damalige Freundin hieß…“ Ich nannte den korrekten Namen und Herr XY, der inzwischen mit seiner damaligen Freundin verheiratet ist, war platt. Er wollte einen Termin für vereinbaren. Offensichtlich steht dies schon länger auf dem Plan. Mein Kunde sagte mir, da sie nun aus dem Saarland weg gezogen seien, hätten Sie nie wieder Ersatz gefunden, dem sie so sehr vertraut hätten wie mir. Jetzt allerdings seien sie eine Woche in der Nähe, und tatsächlich habe ich tolle der inzwischen 5 lieben Menschen fotografiert. Digital dieses Mal! Die erste Serie nämlich war noch analog fotografiert.

Natürlich kenne ich Familie XY nicht wirklich gut. Umso mehr berührt es mich, dass meine Arbeit dauerhaft Teil ihrer Familiendynamik bleiben wird: Die erste Serie, so erzählten sie, hängt noch heute in der Küche. Ein wirklich schöner Gedanke…

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